Ein Tabletten Blister auf einem Tisch mit Tinkturen im Hintergrund.

Jodblockade

Bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk kann radioaktives Jod freigesetzt werden. Da die Schilddrüse Jod aufnimmt, kann dieses radioaktive Jod dort eingelagert werden und das Risiko für Schilddrüsenkrebs erhöhen. Um dies zu verhindern, können hochdosierte Jodtabletten (Kaliumiodid-Tabletten) eingenommen werden, die die Schilddrüse mit nicht-radioaktivem Jod sättigen – ein Verfahren, das als Jodblockade bezeichnet wird. 

In Deutschland sind ausreichend Jodtabletten bevorratet, um die betroffene Bevölkerung im Falle eines Notfalls zu versorgen. Die Verteilung erfolgt durch die unteren Katastrophenschutzbehörden.

Die Jodtabletten sollten nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die untere Katastrophenschutzbehörde eingenommen werden. Der richtige Zeitpunkt der Einnahme ist entscheidend für die Wirksamkeit:

  • zu früh: Das nicht-radioaktive Jod wird vom Körper bereits wieder abgebaut, bevor es wirksam sein kann. 
  • zu spät: radioaktiver Jod kann bereits in die Schilddrüse aufgenommen worden sein, wodurch die Schutzwirkung des nicht-radioaktiven Jods entfällt. 

Idealerweise erfolgt die Einnahme etwa eine Stunde vor oder innerhalb der ersten Stunden nach der erwarteten Belastung mit radioaktiven Jod. 

 

Handlungsempfehlungen

Folgen Sie den Anweisungen und Empfehlungen der Katastrophenschutzbehörden. Achten Sie gegebenenfalls auch auf Anweisungen von Einsatzkräften. 
Allgemeine Verhaltensweisen:

  1. Bleiben Sie im Haus. 
  2. Suchen Sie nach Möglichkeit Schutz in fensterlosen Kellern. 
  3. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen und schalten Sie Klima- sowie Lüftungsanlagen aus. 
  4. Tragen Sie keine mit radioaktiven Stoffen kontaminierte Kleidung und waschen Sie sich gründlich.
  5. Ernten und essen Sie kein Obst und Gemüse aus dem Garten. 
  6. Halten Sie sich über die verschiedenen Informationskanäle auf dem Laufenden. 
  7. Belasten Sie nicht die Notrufe von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei durch unnötige Anrufe. 

Aktueller Hinweis zur Einnahme von Jodtabletten in Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine:
Aufgrund der Entfernung zur Ukraine ist nicht damit zu rechnen, dass eine Einnahme von Jodtabletten erforderlich werden könnte. Von einer selbstständigen Einnahme der Tabletten wird abgeraten. Eine Selbstmedikation mit hochdosierten Jodtabletten birgt gesundheitliche Risiken, hat aktuell aber keinerlei Nutzen. Die Jodtabletten können nur wirken, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden.

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