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Breitbandausbau

Eine leistungsfähige Breitbandversorgung ist eine Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und eine positive Entwicklung im Landkreis Vechta und dessen Kommunen. Gerade im ländlichen Bereich liegt jedoch oftmals eine Unterversorgung vor. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von schnellen Internetanbindungen bemüht sich der Landkreis Vechta in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden aktiv um eine geschlossene Herangehensweise und eine kreisweite Lösung für eine zukunftssichere Breitbandinfrastruktur, insbesondere im ländlichen Bereich.

Ein landkreisweiter Breitbandausbau in den unterversorgten Gebieten und in den Gewerbegebieten ist ohne Fördermittel finanziell nicht durchführbar. Deshalb stellt der Bund erstmals Fördergelder für den Breitbandausbau bereit. Auch das Land Niedersachen fördert den Breitbandausbau und stellt über 300 Mio. Euro zur Verfügung. Der Landkreis Vechta hat bereits einen Förderantrag beim Bund gestellt und auch eine Antragsstellung beim Land Niedersachsen ist geplant.

Weitere Informationen zur Breitbandsituation sind auf der Internetseite des Breitbandkompetenzzentrums Osterholz-Scharmbeck (b/z/n) erhältlich. Dort ist außerdem die Teilnahme an der laufenden Breitbanderhebung möglich. Die Ergebnisse der Befragung sind im Breitbandatlas einsehbar.

Breitbandausbau: Fragen und Antworten

1.    Was bedeutet Breitband?
Unter dem Begriff Breitband-Internetzugang, Breitbandzugang oder auch Breitbandanschluss wird der Zugang zum Internet mit einer Geschwindigkeit von mindestens zwei Megabit pro Sekunde verstanden.  Bei der Breitbandversorgung gilt Technologieneutralität. Das bedeutet, dass bestimmte Technologien nicht bevorzugt oder ausgeschlossen werden dürfen: Kabelanschlüsse, Funktechnologien oder auch neue Mobilfunkstandards wie LTE (bei der Spitzendatenraten pro Funkzelle auf bis 100 Megabit pro Sekunde erzielt werden) können eine zuverlässige Breitbandversorgung gewährleisten.

2.    Warum ist ein Breitbandausbau bzw. ein Breitbandanschluss für den Landkreis Vechta so wichtig?

Breitbandinternet ist zu einem Teil des alltäglichen Lebens geworden. Unternehmen führen Videokonferenzen über das Internet, Menschen informieren sich online über Nachrichten und den Wetterbericht, benutzen internetfähige Fernsehgeräte (sogenannte Smart-TVs), erledigen Bankgeschäfte oder kaufen viele Dinge des täglichen Bedarfs beim Online-Händler. Immer mehr Aktivitäten verlagern sich in das World Wide Web. Für viele Menschen und Unternehmen ist ein schneller und leistungsfähiger Internetzugang daher unverzichtbar.

Eine besondere Bedeutung hat schnelles Internet für Wirtschaft und Industrie. Die Herstellung von Produkten wird zunehmend durch internetbasierte Systeme gesteuert. Viele Experten fassen diese Entwicklung unter dem Begriff „Industrie 4.0“ zusammen. Breitbandinternet ist daher ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Landkreis Vechta.   

3.    Warum steuert der Landkreis Vechta den Ausbau?
Vom Landkreis wird der Breitbandausbau als Teil der Daseinsvorsorge verstanden. Dabei soll sichergestellt werden, dass die Einwohner von öffentlicher Seite mit wichtigen Güter und Dienstleistungen versorgt werden. Gerade beim Breitbandausbau kommt es im ländlichen Raum zum sogenannten „Marktversagen“. Die Telekommunikationsanbieter stellen keine Breitbandanschlüsse zur Verfügung, da es für sie in vielen Bereichen nicht wirtschaftlich ist. An dieser Stelle wird dann der Landkreis mithilfe von Fördermitteln tätig. In Absprache mit den Städten und Gemeinden wird diese Aufgabe zentral von der Kreisverwaltung wahrgenommen.


4.    Was tut der Landkreis Vechta aktiv für den Breitbandausbau?

Der Landkreis Vechta hat die Bedeutung von Breitbandanschlüssen früh erkannt und mithilfe von Fördermitteln über 60 „weiße Flecken“ (d.h. Gegenden in denen noch nicht zwei Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen) im Landkreis Vechta ertüchtigt. Im Jahr 2014 hat der Landkreis eine Breitband-Strukturplanung durchführen lassen, um einen umfassenden Überblick über die Versorgungssituation im Kreisgebiet zu erhalten. Aus dieser Strukturplanung und den neuen Fördermöglichkeiten von Bund, Land und Europäischer Union wurde die Planung für den kreisweiten Breitbandausbau entwickelt. Dazu hat die Verwaltung Fördermittel des Bundes beantragt. Die Beantragung von Landesmitteln ist ebenfalls geplant.

Ziel ist es, den unterversorgten Bereich zu 96 Prozent mit Glasfaseranschlüssen anzubinden. Dazu wird der Landkreis Vechta die notwendige Infrastruktur in den unterversorgten Gebieten zunächst durch ein TK-Unternehmen bauen lassen und das neu entstandene Netz anschließend an einen Betreiber verpachten. Der Betreiber wird die aktive Technik auf das neu entstandene Netz schalten und die jeweiligen Breitband-Produkte zur Verfügung stellen.  Verträge werden folglich mit dem Betreiber abgeschlossen.

Der bereits versorgte Bereich im Landkreis Vechta, wie zum Beispiel die Stadtbereiche, ist nicht in den Planungen enthalten, da hier die Telekommunikationsunternehmen  eigenwirtschaftlich tätig werden.
Eine Fertigstellung ist für das Jahr 2019 geplant. Nach Abschluss des Projektes können sich die Haushalte (im unterversorgten Bereich) für einen FTTB-Anschluss entscheiden.

5.    Was bedeutet im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau FTTC und FTTB?

Die Abkürzung FTTC steht für Fibre To The Curb (= Glasfaser bis zum Verteilerkasten). Diese Ausbauvariante bringt das Glasfaserkabel von einer Vermittlungsstelle zu einem sogenannten Kabelverzweiger. Von dem Kabelverzweiger aus werden Daten auf dem bereits vorhandenen Kupferkabel in die Häuser geleitet.

Grundsätzlich steht die Abkürzung FTTB steht für „Fibre To The Basement“ oder „Fibre To The Building“ (Glasfaser bis zum Gebäude). Dabei werden Glasfaserkabel beispielsweise bis an das Haus verlegt. Der Landkreis verlegt die Glasfaserkabel nach jetzigem Planungsstand bis an den Bordstein. Da sich der Breitbandausbau im Landkreis noch in der Planungsphase befindet, können genauere Aussagen zum Ausbau bis ins Gebäude noch nicht gemacht werden. Weitere Details müssen zunächst mit dem zukünftigen Betreiber des Netzes vertraglich geregelt werden, sobald dieser gefunden ist.

6.    Was ist der Unterschied zwischen Glasfaserkabel und Kupferkabel?

Bei der FTTC-Variante werden Daten über ein Kupferkabel übertragen. Kupfer hat die negative Eigenschaft, die Datenübertragung zu verlangsamen. Es hängt also von der Länge und auch von der Qualität des Kupferkabels zwischen dem Kabelverzweiger und dem Hausanschluss ab, wie hoch die Datenübertragung ist. Diese Variante ist im Vergleich zum FTTB-Ausbau wesentlich günstiger, da nur auf der Strecke von der Vermittlungsstelle zum Kabelverzweiger Glasfaserkabel verlegt werden und somit wesentlich weniger Tiefbaukosten anfallen.

Der Ausbau mit Glasfaserkabeln bietet einen entscheidenden Vorteil, wenngleich die Tiefbaukosten höher sind: die Geschwindigkeit der Datenübertragung bleibt durchweg konstant. Somit ist die Qualität der Datenübertragung gleichbleibend hochwertig.

7.    Wie erhalte ich einen Breitbandzugang? Welche Voraussetzungen brauche ich?

Für einen Breitbandzugang muss es immer einen Telekommunikationsanbieter, also einen Betreiber, geben. Der Anbieter, der an dem jeweiligen Standort Breitbandschlüsse anbieten kann, informiert über die technischen Voraussetzungen.

Sobald die notwendigen Tiefbauarbeiten für die Breitbandanschlüsse in einer Ortschaft erledigt sind, wird es Informationsveranstaltungen in dem Ort geben. Die Info-Veranstaltungen werden von dem Betreiber und dem Landkreis Vechta durchgeführt. Dort erhält man sämtliche Informationen zu den verfügbaren Produkten und technischen Voraussetzungen.

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