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Amtshauptmänner und Landräte im Landkreis Vechta

Hier finden Sie eine Übersicht über die ehemaligen Amthauptmänner und Landräte, die seit 1897 für den Landkreis Vechta tätig gewesen sind.

Amtshauptmann Hinrich Gerhard Kückens (01.11.1897 bis 15.04.1923):

Kückens Amtszeit umfasste zwei Jahrzehnte der Wilhelminischen Periode sowie den Ersten Weltkrieg. Er  engagierte sich besonders in den Verhandlungen zum Ausbau des Eisenbahnnetzes im Kreis Vechta. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes ermöglichte die überregionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten und später auch von industriellen Erzeugnissen des Landkreises.

Amtshauptmann Eduard Christian Joseph Haßkamp (01.04.1923 bis 05.07.1938):

Neben seiner Tätigkeit als Amtshauptmann war Haßkamp von 1920 bis 1925 Abgeordneter der Zentrumspartei im Oldenburgischen Landtag und bemühte sich zudem durch verschiedene vorpolitische Tätigkeiten um die Verbesserung der Lebensbedingungen und der Infrastruktur seines Amtsbezirks. Kurz vor der Auflösung der Zentrumspartei trat er 1933 der NSDAP bei und wurde 1938 von der Partei abgesetzt. Zuvor hatte sich Haßkamp aufgrund der Kirchenfeindlichkeit der NSDAP mit der Partei überworfen.

Landrat Johannes Bruns (01.01.1939 bis 12.04.1945):

Bruns führte ab dem 1. Januar 1939 als erste Amtsperson gemäß einer allgemeinen Verfügung des Reichsinnenministeriums den Titel „Landrat“. Über die konkrete Verwaltungstätigkeit Bruns ist bislang wenig bekannt. In seinem Entnazifizierungsverfahren ist Bruns am 18.11.1948 entlastet worden.

Landrat Dr. Hermann Siemer (24.04.1945 bis 31.03.1946):

Der Kaufmann Dr. Hermann Siemer wurde von der alliierten Militärregierung als Landrat eingesetzt. Siemer und neun der zwölf Gemeindebürgermeister des Kreises begründeten im Herbst 1945 die CDU als neue christliche Partei. Am 19. Oktober 1945 fand der erste Kreistag in britisch besetzter Zone in Vechta statt, mit Landrat Dr. Siemer als Vorsitzenden. Er erklärte am 30. März 1946 seinen Rücktritt als Landrat aus Protest gegen neue Entnazifizierungsbestimmungen der Besatzungsmacht.

Landrat Julius Mäckel (12.04.1946 bis 15.12.1948):

Mäckel übernahm nach dem überraschenden Rücktritt von Landrat Dr. Siemer das Amt des Landrates. Der erste frei gewählte Kreistag bestätigte Mäckel im Oktober 1947 in seinem Amt. Die wichtigsten Beschlüsse des Kreistages in Mäckels Amtszeit adressierten aktuelle Probleme wie beispielweise die Aufnahme von Vertriebenen, Beschlüsse zum Erhalt und zur Verbesserung der Infrastruktur des Kreises, oder die Regelung von Existenzfragen des Kreises im Zusammenhang mit dem Aufgehen des Landes Oldenburg in das neue Land Niedersachsen oder der Stellung des Kreises Vechta innerhalb Niedersachsens.

Landrat August Höffmann (16.12.1948 bis 04.12.1952):

Durch die Wiedergründung der Zentrumspartei  ergab sich eine neue politische Konstellation. Am 16. Dezember 1948 fanden sich SPD und Zentrumspartei gegen die stärkste Partei CDU zusammen und wählten August Höffmann, den Kandidaten der Zentrumspartei, zum neuen Landrat des Kreises Vechta. In seinem Neujahrsaufruf erklärte Höffmann, sich für gesunde Wohnverhältnisse im Kreis einzusetzen, die Landwirtschaft, den Handel und das Handwerk zu fördern, kulturelle Aufgaben im christlichen Sinne zu lösen, und für eine saubere und unbestechliche Verwaltungsarbeit im Kreis und in den Gemeinden zu sorgen.

Landrat Franz Mäkel (05.12.1952 bis 06.03.1960):

Franz Mäkel aus Dinklage wurde bei der Kommunalwahl 1952 als Kandidat der CDU zum Landrat gewählt.  Zu Mäkels wichtigsten Aufgaben gehörte der Ausbau des Bildungswesens für die Qualifizierung der Jugend sowie die Unterstützung der Verkehrserschließung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung vor dem Hintergrund der deutschen Währungsreform 1948 und der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft. Mäkel war außerdem in zahlreichen Ehrenämtern tätig. In den darauf folgenden Wahlen 1956 und 1958 wurde er als Landrat im Amt bestätigt. Im Jahr 1960 verstarb Mäkel unerwartet.

Landrat Dr. Hermann Averdam (24.03.1960 bis 14.10.1964):

Nachfolger Mäkels wurde der Landwirt Dr. Hermann Averdam. Averdam war seit 1956 Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, und seit 1966 Träger des Verdienstkreuzes Erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens. In seiner Amtszeit beherrschten der Autobahnbau und der Ausbau des Bildungswesens die öffentliche Debatte. Er engagierte sich darüber hinaus ehrenamtlich im Bildungssektor. Im August 1964 erklärte er, dass er angesichts seines fortgeschrittenen Alters und seines Gesundheitszustandes nicht wieder für das Amt des Landrats kandidieren werde.

Landrat Franz Hellmann (15.10.1964 bis 21.10.1972):

Franz Hellmann wurde am 15. Oktober auf Vorschlag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dullweber einstimmig zum Landrat gewählt. Er nahm sich zur Aufgabe, der Kreispolitik strukturelle Linien zu geben, damit Existenz- und Wachstumsgrundlagen während des Übergangs von der reinen Agrarstruktur hin zur industriellen Verflechtung der Kreisbevölkerung gesichert werden. Zwei Wahlperioden war Landrat Hellmann im Amt. Kreispolitisch wurde in dieser Zeit besonderes Augenmerk auf den Bildungsbereich gelegt.  Desweiteren beherrschte die Gebietsreform die öffentliche Diskussion. Für die Kommunalwahl im Oktober 1972 kandidierte Hellmann nicht mehr.

Landrat Clemens-August Krapp (16.11.1972 bis 31.10.2001):

Im Alter von 34 Jahren wurde Clemens-August Krapp im Jahr 1972 Landrat des Kreises Vechta  und blieb dies für 6 Landratswahlen. Krapp war des Weiteren von 1974 bis 1994 Mitglied des niedersächsischen Landtages und von 1971 bis 1992 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Vechta. Während seiner Amtszeit wurde unter anderen eine Kreis- und Bezirksreform Niedersachsens umgesetzt. Die CDU konnte sich erfolgreich für den Erhalt des Landkreises Vechta einsetzen.  In der Universitätsdebatte setzte sich Krapp für den Erhalt des Universitätsstandorts Vechta ein.  Nach seiner dritten Direktwahl wurde er Vorsitzender des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses. Am 3. November 1997 erhielt der Vechtaer Landrat das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens.

Landrat Albert Focke (01.11.2001 bis 05.06.2014):

Albert Focke wurde 2001 ins Amt des Landrats gewählt und 2006 mit großer Mehrheit  wiedergewählt. Vor seiner Zeit als Landrat arbeitete Focke von 1989 bis 1998 als Kreisdirektor und von 1998 bis 2001 als Oberkreisdirektor. In seiner Zeit als Kreisdirektor trat er als Krisenmanager der Schweinepest in Erscheinung, des Weiteren kümmerte er sich um den Radweg- und Straßenwegbau sowie den Ausbau des Breitbandnetzes. Als Landrat förderte Focke die heimische Wirtschaft; das Absinken der Arbeitslosenquote von 5,6% auf 3,9% und die Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze von 32.000 auf mehr als 62.000 war auch sein Verdienst. In ehrenamtlicher Tätigkeit unterstützte er als Vorsitzender des Andreaswerks Menschen mit Behinderungen. Albert Focke verstarb am 5. Juni 2014. Sein Nachfolger ist Herbert Winkel, ehemals Erster Kreisrat.