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Wie man nach der Elternpause beruflich durchstartet

Wie man nach der Elternpause beruflich durchstartet

Carola Voss (Mitte) hat nach der Erziehungszeit genau den Job gefunden, den sie sich gewünscht hat. Dabei half ihr Renate Hitz von der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft (links), zu deren Netzwerk auch Franz-Josef Ferneding, Geschäftsführer des St. Leo Stifts gehört.Foto: Landkreis Cloppenburg/Rühl

Man schenkt den Kindern Aufmerksamkeit, unterstützt sie in ihrer Entwicklung und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man als Frau und Mutter wieder einen Beruf ergreifen kann und das auch möchte. Für Carola Voß aus Cappeln kam dieser Moment kurz vor der Corona-Pandemie 2020. „Mein jüngstes Kind war gerade eingeschult, ich wollte etwas Neues ausprobieren und brauchte einen Arbeitsplatz, der zu den Schulzeiten der Kinder passte“, erinnert sich die heute 48-jährige, die früher im Marketing arbeitete, zwischendurch aber auch in Dänemark in einem Altersheim oder in einem Callcenter beschäftigt war.

Sie wandte sich an Renate Hitz von der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft im Oldenburger Münsterland. Die erinnert sich heute noch gut an ihre Klientin. „Frau Voß war eine klassische Berufsrückkehrerin mit klaren Vorstellungen. Sie wollte gern im kaufmännischen Bereich bleiben, suchte einen sozialen Arbeitgeber. Dazu mussten die Arbeitszeiten und die Fahrtwege zu ihrer Familiensituation passen“, erinnert sich Hitz, die über  den Verbund  familienfreundlicher Unternehmen im Kontakt mit 170 Unternehmen im Oldenburger Münsterland steht. „Öfter melden sich bei mir Firmen, schildern ihren Bedarf und fragen, ob es aktuell jemanden bei mir gibt, der auf die Anforderungen passt. Dann melde ich zurück, mit wie vielen Bewerbungen sie wahrscheinlich rechnen können. Wer zu mir kommt, der möchte begleitet werden, der ist wirklich an einem neuen Job interessiert“, erläutert Hitz. Das würden die Unternehmen zu schätzen wissen.

In diesem Fall war der Interessent am anderen Ende der Leitung Franz-Josef Ferneding, Geschäftsführer des St. Leo-Stifts in Essen (Oldenburg). „Die Schnelligkeit war für mich ein klarer Aspekt. Man spart sich ein langes Auswahlverfahren und nutzt den Fundus der  Koordinierungsstelle. Ich wollte Tempo in die Sache bringen und musste eine Stelle schnell besetzen“, erinnert sich Ferneding. Carola Voß war zu dem Zeitpunkt bereits bei Renate Hitz im Gespräch gewesen. „Sie hat mir ab und zu Stellenangebote geschickt, aber es hat mich nichts angesprochen. Dazu kamen die Umstände der Corona-Pandemie mit drei Kindern im Home Schooling. Die Anzeige beim St. Leo-Stift reizte mich dennoch. Wir haben einmal telefoniert, einen Termin vereinbart, ich habe die wichtigsten Unterlagen mitgebracht.“ Und der Geschäftsführer Ferneding ergänzt: „Wir haben uns beide gesehen und wussten: Das passt“.

Und das ist schon zwei Jahre her. Statt ursprünglich 12, arbeitet Carola Voss nun 15 Stunden pro Woche. Für die Berufsrückkehrerin Voss und den Arbeitgeber Ferneding war die Vermittlung der Koordinierungsstelle eine Win-Win-Situation, die in kurzer Zeit zum Erfolg geführt hat. „Das war sehr unbürokratisch und es gab nur Bewerbungen von Menschen, die den Job auch wirklich wollen“, freut sich der Geschäftsführer. „Ich habe mich gut eingearbeitet und die Kollegen waren sehr froh, dass die Stelle wieder besetzt war“, sagt Carola Voß, die ohne die Koordinierungsstelle nicht in diesen Job vermittelt worden wäre.

181 Beratungen hat die Koordinierungsstelle im vergangenen Jahr durchgeführt. Renate Hitz und ihre Kolleginnen beraten zum optimalen Berufseinstieg oder zur beruflichen Neuorientierung und unterstützen beim Finden von Weiterbildungen. Beim Vorliegen der Fördervoraussetzungen können berufliche Fortbildungen mit 50 Prozent der Kursgebühren bis zu 400 Euro gefördert werden. „Ich möchte Frauen hier in gute Arbeit bringen und vermittele den Unternehmen qualifizierte und motivierte Beschäftigte, die nach der Elternzeit oder aus anderen Gründen beruflich durchstarten wollen“, erklärt Hitz. Dafür wird die gute Vernetzung der Koordinierungsstelle, etwa zur Agentur für Arbeit, zum Jobcenter, zu Gleichstellungsbeauftragten, Sozialberatungsstellen oder zum Kindertagespflegebüro genutzt. „Am Anfang stelle ich immer die ,Wünsch-dir-was‘-Frage, damit ich genau weiß, was der Traumjob wäre. Dann besprechen wir, ob sich das im regionalen Arbeitsmarkt direkt realisieren lässt oder ob andere Wege für den Berufseinstieg optimaler sind “, erklärt Hitz.

Wer Interesse am Angebot hat, meldet sich bei Renate Hitz unter Telefon 04471/15-383 oder per E-Mail an  hitz(at)koordinierungsstelleom.de.

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