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Landkreis startet Impf-Sonderaktion für Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften

Im Landkreis Vechta werden ab nächster Woche Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, vorrangig geimpft. Bei der Impf-Sonderaktion werden Unterkünfte angefahren, in denen Personen aus verschiedenen Haushalten sich zentrale Gemeinschafträume wie Küche, Wohnzimmer oder Bad teilen. Es geht also um Unterkünfte, in denen sich Bewohner nicht im Kreise ihres Haustandes von anderen Bewohnern separieren können. So will der Landkreis dem Schutz vor dem besonderen Infektionsrisiko Rechnung tragen. Neben Flüchtlingswohnheimen und Obdachlosenunterkünften sind dies auch Gemeinschaftsunterkünfte von Arbeitsmigranten. Wohnungen, die von Arbeitsmigranten ausschließlich von Mitgliedern des eigenen Haushalts genutzt werden, erfasst die Aktion nicht.

Die Umsetzung der Impf-Aktion bedarf einer genauen Vorbereitung. Neben der Ermittlung der Unterkünfte ist eine besondere Ansprache der Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte erforderlich. Deshalb arbeitet die Kreisverwaltung hierbei eng mit den Städten und Gemeinden und der Beratungsstelle für Arbeitsmigranten des Caritas-Sozialwerkes zusammen. Die Zielgruppe der Impf-Aktion muss häufig in der jeweiligen Muttersprache über die Notwendigkeit einer Impfung, die eingesetzten Impfstoffe und mögliche Impfreaktionen informiert werden, bevor ein Impfarzt die offizielle Aufklärung durchführen kann.

Aktuelle Studien zeigen, dass unter Personen mit Migrationshintergrund eine Abneigung zum Impfen besteht. Als Ursache dafür werden zumeist Informationsdefizite angegeben. Kulturelle und religiöse Motive spielen ebenfalls eine Rolle bei der Impfneigung. „Trotz dieser Herausforderungen ist es wichtig, dass wir diesen Personenkreis möglichst bald durch eine Impfung schützen, zumal dadurch auch die Infektionsgefahr für das Umfeld dieser Personen verringert wird“, so der Erste Kreisrat Hartmut Heinen. Die ermittelten Unterkünfte werden mit einem Bus angefahren, in dem ein mobiles Impfteam des Impfzentrums die Impfung durchführt. Die Impfung erfolgt mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Das Präparat hat den Vorteil, dass es nur einmal verabreicht werden muss.

„Durch die zusätzlichen Impfdosen des Landes haben wir die Möglichkeit, diese Aktion auch auf die Gemeinschaftsunterkünfte der Arbeitsmigranten auszuweiten“, erklärt Landrat Herbert Winkel. Die Flüchtlingswohnheime und Obdachlosenunterkünfte gehören zur Priorität 2 der Impfreihenfolge. Damit ist deren Impfung im Landkreis Vechta weitgehend abgeschlossen. Das Land hat mit den weiterführenden Schulen, den Feuerwehren, den Personen über 60 Jahre und den Jugendhilfeeinrichtungen die Priorität 3 bereits teileiweise geöffnet. Ab Mai sollen die übrigen Berufsgruppen dieser Priorität ebenfalls ein Impfangebot erhalten. Nach derzeitigem Kenntnisstand  soll ab Juni die Impfreihenfolge generell aufgehoben werden.

In diesem Zusammenhang weist die Kreisverwaltung ausdrücklich darauf hin, dass Termine nur über das Portal des Landes Niedersachsen auf www.impfportal-niedersachsen.de oder über die Rufnummer (0800) 99 88 665 vereinbart werden können. Einzelpersonen und Gruppen der aufgerufenen Priorität  werden gebeten, keine Terminanfragen an das Impfzentrum zu stellen. Sobald für größere Unternehmen eine Impfung durch die Betriebsärzte möglich ist, erfolgt eine Mitteilung durch das Land.   

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