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Grußwort von Landrat Tobias Gerdesmeyer zum Jahreswechsel

Grußwort von Landrat Tobias Gerdesmeyer zum Jahreswechsel

Macht trotz vieler Herausforderungen Mut: Landrat Tobias Gerdesmeyer vor dem Kreishaus in Vechta (Foto: Lutz).

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

„Zeitenwende“ lautet das Wort des Jahres 2022. Der Begriff bringt es auf den Punkt: Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sind nicht nur national und international zu spüren, sondern auch im Landkreis Vechta. Rund 2.500 ukrainische Flüchtlinge haben seit März Schutz in unseren Kommunen gesucht. Und die steigenden Energiepreise belasten Privathaushalte und Unternehmen in unserer Region. Die Politik hat reagiert, etwa mit der Strom- und Gaspreisbremse. Land, Bund und Kommunen müssen gemeinsam alles tun, damit wir sicher durch diese Krise kommen.

Der Blick auf die letzten Monate wäre aber verkürzt, wenn er nur auf Krisen fiele. Neben allen Herausforderungen gibt es viele positive Entwicklungen, die Mut machen. Nach zwei Jahren starken Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist das normale gesellschaftliche Miteinander in unseren Städten und Gemeinden Stück für Stück zurückgekehrt – endlich!

Dazu beigetragen hat die breit angelegte Impfkampagne. Rund 160.000 Impfungen haben die Impfteams des Landkreises in zwei Jahren verabreicht. Am 15. Dezember konnten sie ihre Arbeit mit dieser beeindruckenden Bilanz beenden. Ein herzlicher Dank gilt allen, die den Erfolg dieser Impfkampagne möglich gemacht haben – ganz besonders dem medizinischen und pflegerischen Personal.

Das Thema Gesundheit stand dieses Jahr auch bei den Planungen für ein neues Klinikum Vechta-Lohne auf der Tagesordnung. Der Krankenhausplanungsausschuss des Landes hat das Vorhaben inzwischen positiv bewertet. Das gilt auch für das Nachnutzungskonzept für das St. Franziskus-Hospital in Lohne. Wenn das Land im kommenden Jahr eine Finanzierungszusage gibt, sind wir auf dem Weg zu einer zukunftssicheren Krankenhausversorgung im Landkreis Vechta einen großen Schritt weiter.

Einen großen Schritt weiter gekommen sind wir auch beim Klimaschutz. Nach dem Klimafolgenanpassungskonzept aus dem letzten Jahr haben wir im nun ein Integriertes Klimaschutzteilkonzept auf den Weg gebracht. Damit wird der Landkreis einen stärkeren Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten. Flankiert werden diese Konzepte durch zahlreiche Umwelt- und Artenschutzprojekte. So ist beispielweise in Kooperation mit der Hase-Wasseracht im Sommer ein Teil des Spredaer Baches in seinen natürlichen Zustand zurückversetzt werden.

Bewegung gab es bei größeren Bauvorhaben: Im Juni konnte der erste Spatenstich für den Neubau der Einsatzleitstelle und der Feuerwehrtechnischen Zentrale gesetzt werden. 21 Millionen Euro investiert der Landkreis Vechta in den neunen Standort an der Oldenburger Straße. Modernste Technik und Ausstattung sorgen dafür, dass das Rettungswesen für die Zukunft gewappnet ist. Zudem haben in Damme die Arbeiten für den Neubau der Sporthalle des Gymnasiums für acht Millionen Euro begonnen. 17 Millionen Euro investiert der Landkreis in Justus-von-Liebig-Schule. Das Hauptgebäude wird saniert und um ein fünftes Geschoss aufgestockt. Es ist eine der größten schulischen Investitionen in der Geschichte des Landkreises. Projekte wie diese zeigen: Gute Bildung hat im Landkreis Vechta einen hohen Stellenwert.

Auch für Unternehmenspioniere und Existenzgründer konnten wir etwas bewegen. In der Vechtaer Driverstraße ist mit dem START:PUNKT OM ein Anlaufpunkt für die Start-up-Szene in unseren Kommunen entstanden. Das Kooperationsprojekt von Uni Vechta, den Landkreisen Vechta und Cloppenburg und der Stadt Vechta bietet ein facettenreiches Beratungsangebot für kreative Köpfe mit neuen Geschäftsideen. Die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des Oldenburger Münsterlandes ist durch mutige Unternehmer möglich geworden. Angesichts der Transformation vieler Schlüsselbranchen in unserer Region wollen wir dieses Potential vor Ort auch künftig nutzen.

Potentiale vor Ort nutzen – das gilt auch hinsichtlich des Energiemarktes. Unter dem Schlagwort „Engerieautarkes OM“ diskutieren wir seit einigen Wochen intensiv darüber, wie der Ausbau Erneuerbarer Energien beschleunigt werden kann.  Wir haben bei Windkraft, Photovoltaik und Biomasse enorme Kapazitäten in unsere Region, die sich gemeinsam heben lassen. Damit können wir nicht nur einen Beitrag zur Energiewende leisten, sondern auch zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Gerade die energieintensiven Betriebe leiden aktuell unter den stark gestiegenen Preisen für Wärme und Strom. Diese Chancen zu nutzen, ist eine der zentralen Aufgaben für die kommende Zeit.

Weichen gestellt haben wir zudem für die Mobilität im ländlichen Raum. Senioren, die ihren Führerschein aus Altersgründen freiwillig zurückgeben, erhalten künftig für drei Jahre ein Guthabenkonto über 750 Euro für die Busse von moobilplus. Das gilt ebenso für die geplanten moobilplus-Taxen und besondere Ticket-Angebote. Damit bleiben unsere älteren Mitmenschen selbst ohne Auto mobil. Neu ist auch das auf ein Jahr angelegte 19-Euro-Ticket für moobilplus – ein preislich attraktives Angebot, um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in unserer Region weiter zu stärken. Je bessere Alternativen wir zum Individualverkehr schaffen, desto mehr entlasten wir unsere Straßen, schützen Klima und leisten angesichts steigender Lebenshaltungskosten auch einen sozialen Beitrag. Die Weiterentwicklung des ÖPNV wird im kommenden Jahr ein bleibendes Thema sein.

Dies sind nur einige Schlaglichter aus den vergangenen Monaten. Sie zeigen, wie viel  trotz der Herausforderungen erreicht wurde. Ich möchte allen danken, die sich in diesem Jahr für das gute Zusammenleben in unserem Landkreis eingesetzt haben. Ganz besonders denke ich dabei natürlich an die Rettungs- und Hilfsdienste, die Beschäftigten in den medizinischen, pflegerischen und sozialen Berufen, an die vielen Ehrenamtlichen und alle, die in ihren beruflichen Positionen dafür sorgen, dass unser Landkreis liebens- und lebenswert ist.

Ein Dank gilt auch den Mitgliedern des Kreistages und der Kreisverwaltung für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in meinem ersten Jahr als Landrat. Ich habe keine Sekunde bereut, Landrat dieses schönen Landkreises zu sein und bin zuversichtlich, dass wir auch im kommenden Jahr die richtigen Entscheidungen für eine gute Zukunft unserer Heimat treffen.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich für das neue Jahr alles Gute, viel Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Tobias Gerdesmeyer
Landrat

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