/user_upload/Kopfbild-v.jpg

Familienhebammen: Zehn Jahre Einsatz für junge und werdende Mütter im Landkreis

Familienhebammen: Zehn Jahre Einsatz für junge und werdende Mütter im Landkreis

(v.l.n.r.): Zogen gemeinsam Bilanz über die Arbeit der Familienhebammen: Erster Kreisrat Hartmut Heinen, Manuela Pille (SkF), Herbert Kucklick (Leiter des Jugendamtes), Lioba Baron (Netzwerk „Frühe Hilfen“) und Silja Meerpohl, Vorsitzende des SkF. Foto: Steinkamp/Landkreis Vechta

Der Familienhebammendienst des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Vechta hat im Kreishaus sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Das Angebot richtet sich an werdende und junge Mütter in schwierigen  Lebenslagen, die beispielsweise Konflikte mit dem Partner oder Fragen zur richtigen Ernährung und Pflege von Babys haben. Erster Kreisrat Harmut Heinen würdigte in seiner Begrüßung die Arbeit der Familienhebammen: „Danke für Ihren Einsatz für die vielen Frauen und Kinder, die sich auf ihre Hilfe verlassen können.“ Der SkF ist Teil des Netzwerks „Frühe Hilfen“ des Landkreises Vechta.

Laut Manuela Pille, Fachbereichsleiterin des Familienhebammendienstes, steigt die Nachfrage im Landkreis Vechta. Wurden vor zehn Jahren noch 60 Familien mit 20 Betreuungsstunden pro Woche begleitet, seien es 2017 bereits 95 Familien mit 40 wöchentlichen Betreuungsstunden gewesen. Das zeige, dass ein wichtiger Bedarf abgedeckt werden konnte: „Als der Familienhebammendienst aus der Schwangerenberatung heraus gestartet wurde, hat er die Betreuungslücke zwischen Geburt und Beginn des Kindergartens geschlossen“, erklärte Pille in ihrer Rückschau die Hintergründe  des Projekts.

Die Familienhebammen hätten einen besonderen Vertrauensvorschuss bei den Familien und einen geschulten Blick dafür, wie sich ein Baby entwickelt. Auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind oder Vater und Kind werde mit in die Betreuung einbezogen. Besonders unterstrich Pille die Bedeutung der Hilfen für den Schutz von Babys: „Alleine im Jahr 2016 hatten wir drei Fälle, in denen Misshandlungen an Säuglingen durch den Einsatz einer Familienhebamme aufgedeckt wurden. So konnte sicherlich noch Schlimmeres verhindert werden.“

Das Thema Misshandlungen stand auch im Fokus des Vortrages von Professor Anette Debertin, die Kinderschutzambulanzen in Hannover und Oldenburg leitet. In ihrem Referat „Verdacht auf Kindesmisshandlung – Anzeichen, Diagnostik und Intervention“ berichtete Debertin aus ihrer eigenen Praxis und stellte den aktuellen Forschungsstand vor.

zurück zur Übersicht