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Vom Flüchtling zum Kollegen

Vom Flüchtling zum Kollegen

Vertreter der regionalen Wirtschaft, Behörden und Verbänden nahmen an der Veranstaltung teil. Foto: Matthias Niehues

Gemeinsam Chancen nutzen – so lautete der Titel eines Unternehmerabends zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt im Kreishaus Vechta. Rund 80 Vertreter aus der regionalen Wirtschaft, Behörden und Verbänden waren gekommen, um sich über Beschäftigungsmöglichkeiten von Geflüchteten zu informieren.


„Die Integration von Flüchtlingen ist eine große Herausforderung, vor allem in Hinblick auf den Arbeitsmarkt. Sie ist zugleich eine Chance - gerade im Landkreis Vechta, wo Fachkräfte und qualifizierter Nachwuchs händeringend gesucht werden, “ stellte Landrat Herbert Winkel in seiner Begrüßung fest.


Kooperationspartner der Veranstaltung waren der Landkreis, die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter in Vechta, die Handwerkskammer Oldenburg, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer, der Kreislandvolkverband Vechta und die Kreishandwerkerschaft Vechta. Deren Experten standen den Teilnehmern an eigenen Informationsständen für alle offenen Fragen zur Verfügung. Claudia Zimmermann, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Oldenburg- Wilhelmshaven, führte als Moderatorin durch das Programm.


Welche Erfahrungen Firmen mit neu eingestellten Flüchtlingen sammeln, berichteten mehrere Unternehmer im ersten Diskussionspanel unter dem Motto „Aus der Praxis. Für die Praxis.“ Am ehesten stellten die mangelnden Sprachkenntnisse ein Problem bei der Zusammenarbeit dar, die sich in manchen Branchen aber schnell überbrücken ließen. „Im Handwerk lässt sich auch vieles ohne Deutsch und dafür mit Händen und Füßen erklären“, meinte Frank Surmann von der Tischfabrik Meyer aus Lutten.


Der Neuenkirchener Landwirt Heinrich Jans-Wenstrup erklärte, dass die gemeinsame Arbeit mit Flüchtlingen viel besser funktioniere als zunächst vermutet. Die Unternehmer waren sich einig darin, dass es wie in jedem Betrieb auch mal lauter werden und zu Meinungsverschiedenheiten kommen könne. Solche Situationen ließen sich aber schnell auflösen. Insgesamt seien die Erfahrungen mit Flüchtlingen positiv. „Aus Flüchtlingen sind Kollegen geworden“, resümierte Ulla Kampers von der Lohner Firma nordluft.


In einem zweiten Panel kamen die formellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Einstellung von Geflüchteten zur Sprache. Rüdiger Thomas von der Ausländerbehörde des Landkreises stellte die ausländerrechtlichen Regelungen für den Jobeinstieg dar. Wichtig sein vor allem eine geklärte Identität. Nur dann, so Thomas, könnten dem Flüchtling Brücken in den Arbeitsmarkt gebaut werden. Hussein Kerri, Integrationsbeauftragter der Oldenburgischen IHK, erläuterte die konkreten Hilfsangebote für Flüchtlinge: „Wir vermitteln offene Stellen, helfen beim Bewerbungsschreiben und begleiten die Flüchtlinge auch oft zum Vorstellungsgespräch.“ Durch eine Zusammenarbeit aller Verbände, Kammern, Behörden und Firmen ließen sich aus Flüchtlingen langfristig Fachkräfte machen. In der Diskussion stellte sich aber auch heraus, dass es für viele Unternehmensvertreter nicht leicht ist, einen zentralen Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Einstellung von Geflüchteten zu finden.


Am Ende der Veranstaltung zogen Tina Heliosch von der Arbeitsagentur Vechta und Erster Kreisrat Hartmut Heinen gemeinsam ein positives Fazit der Veranstaltung. Die Flüchtlinge stellten ein großes Potential für den Arbeitsmarkt dar, zeigte sich Heliosch überzeugt. Der Einstieg in das Berufsleben erleichtere die Integration in die Gesellschaft insgesamt. Wichtig sei es, so schnell wie möglich einen Integrationskurs zu absolvieren, um zeitnah in den Arbeitsmarkt vermittelt werden zu können. Heinen betonte, dass die Integration von Flüchtlingen auch Zeit in Anspruch nehmen werde: „Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon“. Mit dem starken Netzwerk der Arbeitsmarktakteure seien die richtigen Voraussetzungen aber da.

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